KNIE:
Knorpeldefekte
Hyaliner Knorpel überzeiht die Gelenkfächen. Er entlastet den knöchernen Anteil der Gelenke und senkt die Reibung. Hyaliner Knorpel besteht zu 65-70% aus Wasser, zu 10-20% aus Kollagen (zu 90 % Typ 2 Kollagen), Proteoglykanen, Glukosaminglykanen und Chondrozyten.
Knorpelschäden werden je nach Tiefe des Defektes in verschiedene Grade eingeteilt. Am häufigsten verwendet ist die Einteilung nach Outerbridge:
Grad 1: Aufweichung und Schwellung des Knorpels
Grad 2: Auffaserung der Knorpeloberfläche
Grad 3: Einrisse des Knorpels die bis zum Knochen reichen
Grad 4: Kompletter Knorpelverlust bis zum Knochen
Isolierte Knorpelschäden können im Kernspin und durch die Arthroskopie diagostiziert werden.

Isolierte Knorpeldefekte können mit verschiedenen operativen Verfahren therapiert werden. Die technisch einfachste Möglichkeit sind die knochenstimulierenden Verfahren. Dazu wird in einer arthroskopischen Operation die Grenzschicht des Knochens zum Gelenk unterbrochen, entweder durch kleine Bohrungen, oder durch Anfräsen (Abrasion –
Video) oder durch „Miniaturbrüche“ (Microfracture –
Video) die mit einem spitzen Instrument gesetzt werden. Es kommt dadurch zur gewollten Einblutung aus dem Knochen an die Gelenkfläche. Diese Einblutung wandelt sich unter Teilbelastung in mehreren Wochen zu einem Ersatzknorpel um.
Die anfgefrischte Fläche kann mit einem Kollagenflies abgedeckt werden, damit der Ersatzknorpel ungestört reifen kann (AMIC-Methode). Die Kollagenmembran wird im Lauf der Zeit resorbiert.

Eine weitere Möglichkeit ist die osteochondrale Transplantation. Dazu werden mit einer Stanze Knorpel-Knochenzylinder aus einem weniger belasteten Areal des Gelenks entnommen und in den Knorpeldefekt eingepflanzt. Auch diese Operation ist arthroskopisch durchführbar, hat aber den Nachteil, daß weniger belastete, aber gesunde Areale durch die Entnahme geschädigt werden. Eine weiter Möglichkeit ist die Chondrocytentransplantation. Dabei werden gesunde Knorpelzellen arthroskopisch entnommen und nach Vermehrung im Labor in einem zweiten, offenen Eingriff eingepflanzt.
Zur Knorpeltransplantation verwenden wir u.a. die CaReS-Methode.

CaReS® (Cartilage Regeneration System) ist ein mechanisch stabiles, homogenes Transplantat, das aus einer biologischen Kollagen Typ I Matrix besteht.
Nach der Knorpelbiopsie werden dem Patienten 120 ml autologes Blut abgenommen. Ein Kurierdienst bringt beides am selben Tag zur Produktionsanlage von Arthro Kinetics. 11 bis 15 Tage nach der Biopsie ist CaReS® bereit zur Implantation. Das form- und druckstabile CaReS® Transplantat ist in Größe und Dicke vollständig anpassbar und kann während der Operation in Höhe und Durchmesser noch angepasst werden. Da das Transplantat nur mit Fibrinkleber fixiert wird, ist die Operationszeit deutlich verkürzt und die Rehabilitation kann früher beginnen. Zudem ist die Inzision kürzer. Dieses Verfahren ermöglicht eine maximale Erhaltung der gesunden anatomischen Strukturen und es muss kein Knochenhautstück entnommen werden (wie bei der ACT).
Der Patient beginnt bereits am zweiten Tag nach dem Eingriff mit der Bewegungstherapie. Nach einer Woche kann der Patient das Gelenk teilbelasten, und gemäß den Indikationen kann das Gelenk bereits nach sechs Wochen wieder therapeutisch voll belastet werden.
CaReS® ist indiziert zur Versorgung von Gelenkknorpeldefekten mit einer Größe von 2 bis 10 cm . Je nach Defektlokalisation sind nach 6 bis 12 Wochen die vollständige Beweglichkeit und Belastung wieder hergestellt.
Knorpeltransplantat:
Eingepflanztes Transplantat:
Viele lebende Zellen (grün) im Konstrukt:
Eine alternative Methode ist die Artocell-Technik. Sphäroide (kugelähnliche Knrorpelmatrix mit Chondrozyten) werden ohne Gewebekleber und ohne Membranabdeckung auf den Knorpeldefekt aufgebracht. Dies ist über eine Kanüle möglich, und damit auch arthroskopisch durchführbar.
Wichtige Voraussetzungen für Knorpeltransplantation
- Erhaltene Knorpelschulter
- Gesunder umgebender Knorpel
- Intakte gegenüberliegende Gelenkfläche (Schäden bis maximal Grad II nach Outerbridge sind zulässig)
- Maximal zwei Defekte
- Intakter Meniskus (Teilresektion bis maximal 1/3 des Meniskus ist zulässig)
- Gerade Beinachse
- Keine Bandläsionen
- Korrekte Patellalinie (Patellaführung)
- Freie Gelenkbeweglichkeit
- Ausgereifte Epiphysengelenke (ergänzend zu OP)
- Biologisches Alter <50
Weitere Indikationen
- Osteochondrosis dissecans
Absolute Kontraindikationen
- Steife Gelenke
- Arthrofibrose
- Entzündliche Prozesse
- Osteoarthrose
- Virusinfektionen (HIV, Hepatitis)
- Stoffwechselerkrankungen (Diabetes)
- Adipositas
Relative Kontraindikationen
- Bandverletzungen
- Meniskusverletzungen
- Beinachsenfehlstellungen von > 5°
- Patellafehlstellung
Zur Nachbehandlung:
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