Orthopädische
Dr. Klaus Fritsch

KNIE:

Meniskusrisse

Die Menisken im Knie sind zwei sichelförmige Puffer aus Faserknorpel (90% Typ 1 Kollagen). Von Geburt an verringert sich die Gefäßversorgung bis zum 10.Lebensjahr, dann sind nur noch ca 10-20% der basisnahen Meniskusanteile direkt durch Blutgefäße versorgt (rote Zone).

Die Menisken vergrößern die Kontaktflächen im Gelenk und haben eine Pufferfunktion. Die Menisken wirken als Kniegelenksstabilisatoren vor allem nach einem Kreuzbandriß.

Meniskusrisse betreffen Männer dreimal häufiger als Frauen. Männer sind am häufigsten zwischen dem 20 und 30.Lebensjahr betroffen, Frauen vor dem 20.Lebensjahr. Der Innenmeniskus ist mit dem Innenband verbunden, und reißt deswegen häufiger als der Außenmeniskus.

Meniskusrisse werden nach Rissformen eingeteilt:

Runners legLängsrisse sind häufig instabil und führen häufig zu Einklemmungen im Kniegelenk. Am häufigsten ist der Innenmeniskus betroffen. Große Längsrisse werden Korbhenkelrisse genannt (Innenmeniskuskorbhenkelriss – Video).







Runners legLappenrisse
sind am häufigsten am Übergang vom hinteren zum mittleren Meniskusdrittel. Auch sie führen häufig zu Einklemmungen. Radiärrisse sind Einrisse senkrecht zur Meniskusoberfläche.







Runners legHorizontalrisse
führen zu einer horizontalen Spaltung des Meniskus parallel zur Gelenkfläche.









Degenerative
Meniskusveränderungen betreffen oft ältere Patienten.

Die Ursache für Meniskusrisse sind häufig Verdrehverletzungen und Überbeugung im Kniegelenk. Es kommt zu wiederkehrenden Schwellungen des Knies, Einklemmungen und Bewegungseinschränkungen. Bei der Testung zeigt sich ein Druckschmerz in Höhe des inneren oder äußeren GelenkspaltesMcMurray-Test (Abb 7). Bei Innenmeniskus-Hinterhornverletzungen ist das Payr-Zeichen Payr-Zeichen(Abb 6) häufig positiv. Die Kernspintomographie hat eine Nachweisgenauigkeit von Meniskusverletzungen von ca 95%. Man muß jedoch vorsichtig sein bei der Interpretation des Kernspinbefundes, da auch asymptomatische Patienten in bis zu 36% der Fälle einen Meniskusriß im Kernspin haben. Nicht jeder im Kernspin nachgewiesener Meniskusriß muß operativ versorgt werden!


Die Einteilung der Meniskusschäden im Kernspin:

Grad 0: homogenes hypotenses Signal
Grad 1: punktförmige Signalanhebung im Meniskus ohne Kontakt zur Oberfläche
Grad 2: lineare Signalanhebung ohne Kontakt zur Oberfläche
Grad 3: Signalanhebung, die bis zur Meniskusoberfläche reicht.

Lachman-TestNur Grad 3 ist mit einem Meniskusriss vereinbar.

 

 



Payr-ZeichenWenn es zu anhaltenden Einklemmungen durch den Meniskusriss kommt, hilft nur die arthroskopische Operation. Nach Möglichkeit sollte eine Meniskusnaht durchgeführt werden. Diese ist aber nur sinnvoll, wenn sich der Riss in der roten, durchbluteten Zone befindet. Die rote Zone betrifft nur die 3mm des Übergangs von der Kapsel. Alle anderen Risse müssen mit einer Teilresektion versorgt werden. Das bedeutet, dass nur der einklemmende Teil des gerissenen Fragmentes entfernt wird.


Payr-ZeichenMeniskusganglien sind schmerzhafte Vorwölbungen am inneren oder äußeren Gelenkspalt. Sie entstehen bei Meniskusrissen. Meist hilft eine arthroskopische Sanierung des Mensikusrisses. Das Ganglion wird arthroskopisch beseitigt.

Scheibenmenisken sind anatomische Varianten. Das heißt der Innen- oder Außenmeniskus ist keine Sichel, sondern eine Scheibe. Meist sind die Patienten mit einem Scheibenmeniskus ohne Beschwerden. Es ergeben sich dann auch keine operativen Konsequenzen. Beschwerden treten meist erst dann auf, wenn es zu einem Einriss des Scheibenmeniskus kommt. Dann sollte eine arthroskopische Operation durchgeführt werden. Meist wird der Scheibenmeniskus auf eine Sichelform zurückgetrimmt.

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