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Was berücksichtige ich bei einem operativen Vorgehen?

  • Patellahochstand
  • Dysplasie des Gleitlagers
  • TT-TG-Abstand
  • Status des medialen Zügels
  • Status des Innenbandes

Algorithmus für Operation bei rezidivierender Patellaluxation:

  •  Normaler TT-TG Abstand, normale C/D Ratio:   MPFL-Rekonstruktion
  • Trochlea-Dysplasie, normale C/D ratio: MPFL-Rekonstruktion
  •  TT-TG < 20mm, keine Patella alta, keine Dysplasie: TT- Medialisierung
  •  Normaler TT-TG, C/D>1,2: TT- Distalisierung
  • TT-TG>20 mm, C/D >1,2, Dysplasie: MPFL Rekonstruktion und Distalisierung und Medialisierung TT
  • Chronische Innenbandinstabilität, keine Patella alta, TT-TG normal: MPFL und Innenbandraffung

Literatur:

  • Fithian et al: Epidemiology and natural history of acute patellar dislocation. Am J Sports Med. 2004: 32, 1114

Was tun bei Erstluxation?

 Nichtoperative Therapie bei:

  • stabiler zentraler Patella ohne Risikofaktoren

 Nichtoperative Therapie:

  • Muskelaufbau M.vastus medialis
  • Dehnen des lateralen Retinakulums
  • Bandage
  • Evtl. Einlage bei Rückfußvalgus
  • Kräftigung des M. quadrizeps

Bei nichtoperativer Therapie:

  • Erneute Luxation 15-80% (je nach Literaturquelle)
  • 17% erneute Luxation in den nächsten 2-5 Jahren

Indikation zur Operation bei:

  •  Risikofaktoren : TT-TG-Abstand größer als 20 mm, Hochstehende Patella (Patella alta), Gleitlagerdysplasie, Ballspielsportler
  • Schäden von Knochen/Knorpel mit freien Gelenkkörpern
  •  Kompletter Riss von MPFL, Adduktor und VMO
  •  Kombination mit Innenbandriss

Was ist gesichert bei der Therapie der Patellaluxation (Evidenz-Level 1 und 2)?

  1.  Bei der Therapie ist es notwendig, die anatomische Geometrie zu berücksichtigen
  2. Offene Operationen scheinen den rein arthroskopischen Operationen überlegen zu sein
  3. Femorale MPFL-Ausrisse haben eine schlechte Prognose ohne Operation
  4. Zeitverzögerte Nähte haben eine schlechtere Prognose, als rasch durchgeführte Nähte

Was stabilisiert die Kniescheibe bei Streckung/Beugung?

  1.  O° bis 30° Beugung: zu 50-60% das MPFL (mediales patellofemorales Band), zu 30%  der M.vastus medialis. Am leichtesten springt die Kniescheibe zwischen 20° und 30° Beugung heraus.
  2.  30°-50° Beugung: 1/3 M.vastus medialis, 1/3 MPFL, 1/3 Geometrie des Gleitlagers
  3. Ab 50° Beugung: 70% Geometrie des Gleitlagers

Was stabilisiert die Kniescheibe?

Stabiltät der Kniescheibe bedingt durch  

  1.  Knöcherne Geometrie (Kniescheibe sitzt zentral im normal tiefen Gleitlager)
  2.  Passive Stabilisatoren:  Mediales patellofemorales Band, mediales und laterales Retinakulum
  3.  Dynamische Stabilisatoren: M. vastus medialis, Tractus iliotibialis, M.vastus lateralis

Patellaluxation = Verrenkung der Kniescheibe

Wie häufig sind Patellaluxationen?

5,8 von 100.000 Einwohnern pro Jahr

Gruppe der 10-17 Jährigen:  29 von 100.000 Einwohnern pro Jahr

 

Wie kommt es zu einer Patellaluxation?

1 . Akute Verletzung

a)     Indirekt: Häufigste Art der Luxationen:

X-Bein-Haltung  und  Außendrehung des Unterschenkels (davon 60% beim Sport)

b)    direkter Schlag auf die Kniescheibe:

Geht mit einer hohen Verletzungsrate von Kapselverletzungen und Gelenkverletzungen einher. 38% der Absprengungen von Knorpel und Knochen.

2.  Abnormale Verhältnisse der Kniescheibe und des Gleitlagers

a)      Hoch stehende Kniescheibe (Patella alta)

b)      Flaches Gleitlager der Kniescheibe

c)      Laxes Bindegewebe

d)      Hoher Q-Winkel (Quadrizepswinkel)

e)      Drehfehler von Oberschenkel und/oder Unterschenkel